Wer wir sind...?

... wir sind eine christliche Lebens-, Glaubens- und Arbeitsgemeinschaft

Der Evangelische Verein Sola Gratia ist im Handelsregister des Kantons Aargau registriert unter der Nummer CHE-143.027.551. Der Verein regelt die weltlichen Geschäfte, um dem Orden den Rücken frei zu halten für dessen Dienste.

Ein evangelisch-reformierter Orden.

Geht das überhaupt?

Was sagt Martin Luther zum Leben im Orden?

Der Prof. Dr. theol. Martin Luther, der Reformator, geboren 1483, gestorben 1546, war zu Beginn selbst Mönch im katholischen Eremitenorden der Augustiner als Gott (ca. 1513) ihm bei einer Meditationszeit über Römer Kapitel 1 Vers 17 sein Herz zeigte und er die Gerechtigkeit Gottes allein aus Gnade (Sola Gratia) erkennen durfte.

«Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die von Gott gilt, welche aus dem Glauben kommt und zum Glauben führt; wie geschrieben steht: der Gerechte wird aus Glauben leben.» Römer Kapitel 1, Vers17

Die im Kloster gelernte Meditation (von Johannes Mauburns «Rosetum») benutzte Martin Luther häufig. Das Klosterleben war nicht an sich schlecht und gab Luther erst die Grundlage und die Zeit zur Besinnung und Gotteserfahrung. Luther war lediglich gegen die geschlossenen Klöster, das Zölibat und den Zwang. Luther selbst strebte auch keine neue alternative Kirche an. Er wollte innerhalb der katholischen Kirche Missstände ändern.


Was sagt Pfr. Dietrich Boenhoeffer zum Leben in der Kommunität?

Der bekannte reformierte Pfarrer Dietrich Bonhoeffer, der 1945 von den Nazis hingerichtet wurde und noch heute Inspiration für viele Protestanten ist, gründete die erste evangelische Kommunität im 20. Jahrhundert: Das Bruderhaus des Predigerseminars der Bekennenden Kirche.

Sein Buch «Gemeinsames Leben» beschreibt das Leben in dieser Kommunität innerhalb der reformierten Kirche und fordert alle Leser heraus, auch so zu leben.

Das gemeinschaftliche Leben mit Brüdern und Schwestern mit dem Ziel, sich gegenseitig auf dem Weg zum Himmel zu unterstützen und anderen Menschen Gutes zu tun, ist heute wie damals bei den ersten Christen, ausserordentlich wichtig und sinnvoll.

Würden wir mit dem «ich» zuerst auch wirklich glücklich, dann wäre es wenigstens etwas. Aber das «ich» zuerst geht nicht mit der Aussage der Bibel überein:

«Wer sein Leben findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden.» Matthäus Kapitel 10, Vers 39

«Sehet zu, dass euch niemand beraube durch Philosophie und leeren Betrug, nach der Überlieferung der Menschen, nach den Grundsätzen der Welt und nicht nach Christus.» Kolosser Kapitel 2, Vers 8

«Kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken!» Matthäus Kapitel 11, Vers 28

Als Pfarrer Bonhoeffer den Auftrag erhielt, als Direktor das Predigerseminar zu leiten, wurde das Bruderhaus im Finkenwald angegliedert. Dort lebten ungefähr 30 Personen. Davon 10 Pfarrer. Sie lebten nach der Bergpredigt aus der Fürsorge Gottes (Spenden).

Bonhoeffer konzipierte das Bruderhaus von Anfang an als spirituelles Zentrum für die gesamte Kirche. Im Katholizismus stand der Kirche seit jeher in ihren Orden eine entsprechende dienstbereite Gruppe zur Verfügung. Mit dem Bruderhaus wollte Bonhoeffer eine vergleichbare Dienstgemeinschaft im Raum der evangelischen Kirche schaffen.

Am 14.01.1935 hatte er in seinem Brief an seinen Bruder geschrieben: «Die Erneuerung der Kirche kommt gewiss aus einer Art neuen Mönchtums, das mit dem alten nur die Kompromisslosigkeit eines Lebens nach der Bergpredigt in der Nachfolge Christi gemeinsam hat.»


Wie könnte ein solches Leben aussehen? Finanziell und als Gemeinschaft?


Finanzen

Paulus arbeitete auch selbst um sich zu versorgen. Auch dies möchten wir tun, soweit möglich. Dazu versuchen wir das Prinzip "5 to 2" zu leben. Es geht folgendermassen: Fünf Personen bilden eine Gemeinschaft. Zwei davon gehen einer geregelten Arbeit nach. Einer kümmert sich um den Haushalt für alle fünf und zwei sind freigesetzt für den Dienst am Herrn. Dieses Prinzip ist variabel: z. B. vier Personen arbeiten 50% oder 15 Personen tuen sich zusammen etc.

Viele Gemeinschaften sind abhängig von Geldgebern. Wer aber uns etwas geben möchte, soll frei geben und prüfe sich selbst, ob er das tun will. Dann gebe er frei und ohne Bedingungen. So sind wir auch frei und allein Gott verpflichtet. Unsere Früchte werden für sich sprechen.

Auf diese Art wollen wir alle Dienste kostenlos anbieten und die Gemeinschaft wächst, je mehr Menschen sich beteiligen. Es ist eine Gütergemeinschaft. Denn das Ziel ist nicht Anhäufung von Reichtum, sondern Leben und Dienst im Glauben. Prüfe Dich doch, ob es auch etwas für Dich sein könnte.

Gemeinschaft

Christliche Gemeinschaft heisst Gemeinschaft durch Jesus Christus und in Jesus Christus. Wir brauchen uns gegenseitig!

Die Gemeinschaft hat das Ziel, sich gegenseitig auf dem irdischen Weg zum Himmel zu stützen. Gemeinsame Gebetszeiten, Seelsorge und Exerzitium etc.

Bonhoeffer geht davon aus, dass die geistlichen Übungen für jeden Christen unerlässlich sind, weil es dem Glauben zur Gestaltwerdung verhilft. Dazu knüpft er an die spirituellen Erfahrungen katholischer Orden an – sie galten und gelten als Fachleute für Spiritualität – und macht diese für evangelische Frömmigkeit fruchtbar.

Nicht klösterliche Abgeschiedenheit, sondern innerste Konzentration für den Dienst nach aussen ist das Ziel.

Ziele

1. Es würde uns freuen, wenn weitere Christen ihr altes Leben zugunsten einer "5 to 2" Gemeinschaft mit uns teilen würden und sich uns in der Nachfolge Christi anschliessen.

2. Wir suchen noch ein Haus in der Stadt Baden. Dieses möchten wir betreiben, damit dort (24/7) Christen ihre Hilfe für jedermann anbieten könnten. Aber auch als Zuhause für unsere Gemeinschaft und als ein Ort für Gäste und Notleidende.

3. Wir möchten gern einen Bauernhof, ein Kloster, eine Gartenanlage oder ähnliches erwerben. Ziel ist es dort, einen Raum anbieten zu können, wo Menschen zur Ruhe kommen können.

Aber alle Werke sind nichts, wenn diese nicht durch Christus und in ihm geschehen. Darum liebe Leser ist unsere erste Aufgabe nicht das Suchen nach Raum, sondern nur: an und in Christus bleiben!

«Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben; wer in mir bleibt und ich in ihm bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.» Johannes Kapitel 15, Vers 5

Wer immer sich auch dazu berufen fühlt oder es herausfinden will, ist uns sehr herzlich willkommen. Ob reich oder arm, begabt oder weniger begabt, fromm oder weniger fromm.

Gott segne Dich!

Br. Markus