Ordensregeln

Bedeutung des Ordenpaniers (Symbols)

und die Ordensregeln mit und ohne Evangelische Räte

Das Ordenspanier

Das Ordenspanier zeigt ein blaues Kreuz mit einer erhöhten Schlange. Die Farbe blau steht für den priesterlichen Dienst. Der Nagel als Symbol der Kreuzigung Christi, der zum Stab wurde.

«Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, also muss des Menschen Sohn erhöht werden, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.» Johannes Kapitel 3, Verse 14 und 15

Die Ordensregeln (Version 31.10.2019)

I n h a l t s v e r z e i c h n i s


1. Ziele der Ordensgemeinschaft

Das Ziel der Ordensgemeinschaft, ist es, die Brüder und Schwestern der Evangelischen Ordensgemeinschaft Sola Gratia, geistig fit zu halten und sie zu fördern und zuzurüsten sowie die Voraussetzungen zu schaffen ihre Aufgaben in der Lebens-, Glaubens, Barmherzigkeits- und Dienstgemeinschaft zu leben.

Die Ordensgemeinschaft unterhält vom Verein zur Verfügung gestellte Immobilien, beteiligt sich an Organisationen und Projekten und unterstützt z.B.: Aufbau von Hauskreisen, Gründung eines Besuchsdienstes, Gebetshäuser, Bauernhof oder Wohngemeinschaften, Klosterläden, etc.


2. Glaubensgemeinschaft

a. Glaubensbekenntnis

b. Lehren

c. Liturgien

d. Verpflichtungen (Gelübde, Gemeinschaftsverträge, Abmachungen)


3. Arten des Zusammenlebens

Als Paare werden Mann/Frau verstanden.

a. Diakonissen/Mönche gemäss den Evangelischen Räten (Armut, Keuschheit, Gehorsam)

b. Ehepaare

c. Einzelpersonen


4. Aufnahme in die Ordensgemeinschaft

Allgemeine Aufnahmekonditionen

- als Diakonisse/Mönch, als Ehepaare, als Einzelpersonen

Verbindlichkeiten

- Gelübde, Vertrag, Vereinbarung


5. Regeln

- Hausordnung

- Einhaltung der Gelübde

- Einhaltung der Verträge

- Einhaltung der Vereinbarungen


6. Gütergemeinschaft

Ziel ist es, dass eine Gemeinschaft gelebt wird, wo alle beisammen sind. Wo die Ordensangehörigen auch alles gemeinsam besitzen. Wer Güter und Habe verkauft, soll es der Gemeinschaft zur Verfügung stellen, so jedem gegeben werden kann, der es Bedarf.

Einnahmen von den Mitgliedern der Gemeinschaft gehen in die Vereinskasse.

7. Gemeinsame Projekte

a. Pfortenhaus 7/24 betreut in Baden

b. Anlage für Auszeiten

c. Besuchsdienste

d. Seelsorgedienst

8. Organisation

a. Leitung Verein

b. Leitung Orden und Kommunität

1. Ziele der Ordensgemeinschaft


1. a. Lebensgemeinschaft

Die Ordensgemeinschaft möchte zuerst ein Ort sein, wo Christen gemeinsam eine Lebens- und Glaubensgemeinschaft bilden. So wie es in der Bibel beschrieben ist in Gütergemeinschaft. Die Ordensgemeinschaft erhält zu diesem Zweck vom Verein Sola Gratia eine zur Verfügung gestellte Immobilie.

«Alle Gläubigen aber waren beisammen und hatten alles gemeinsam; die Güter und Habe verkauften sie und verteilten sie unter alle, je nachdem einer bedurfte.»

Apostelgeschichte 2:44 und 45

«Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; und auch nicht einer sagte, dass etwas von seinen Gütern sein eigen sei, sondern alles war ihnen gemeinsam.

Es litt auch niemand unter ihnen Mangel; denn die welche Besitzer von Äckern oder Häuser waren, verkauften sie und brachten den Erlös des Verkauften und legten es den Aposteln zu Füssen; und man teilte einem jeglichen aus, je nachdem einer es bedurfte»

Apostelgeschichte 4:32 und 34


1. b. Glaubensgemeinschaft

Es ist das wichtigste an allem überhaupt: Wir Menschen brauchen die innere Stille um in Christus zu bleiben. Ohne Gott soll nicht getan werden, denn ohne IHN können wir nichts Sinnvolles mit Bestand tun. Darum ist es für alle in der Gemeinschaft existenziell wichtig:

- Täglich in der Bibel zu lesen

- Täglich die innere Stille zu suchen um in Christus zu bleiben

- Täglich durchdringen lassen vom Geist der Seligpreisungen: Freude, Barmherzigkeit und Einfachheit

Die Gemeinschaft bietet und schafft dafür die nötigen Räume und Raum.

Der Ordensobere organisiert und bemüht sich um eine gesunde Lehre sowie aus- und weiterzubilden und zuzurüsten sowie Voraussetzungen zu schaffen, damit die Ordensmitglieder ihre Aufgaben in der Lebens-, Glaubens, Barmherzigkeits- und Dienstgemeinschaft leben können.

«Diese alle verharrten einmütig im Gebet, samt der Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.»

Apostelgeschichte 1;14

«Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. Und täglich verharrten sie einmütig im Tempel und brachen das Brot in den Häusern, nahmen die Speise mit Frohlocken und in Einfalt des Herzens, lobten Gott und hatten Gunst bei dem ganzen Volk. Der Herr aber tat täglich solche, die gerettet wurden, der Gemeinschaft hinzu»

Apostelgeschichte 2;42,46 und 47


1. c. Barmherzigkeit und Dienste

Aus der Lebens- und Glaubensgemeinschaft entstehen die Dienste welche getan werden sollen.

Der Orden beteiligt sich an Organisationen und Projekten und unterstützt z.B.: Aufbau von Hauskreisen, Gründung eines Besuchsdienstes, Gebetshäuser, Bauernhof oder Wohngemeinschaften, Klosterläden, etc.

«Er antwortet und sprach: Du sollst deinen Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Vermögen und mit deinem ganzen Gemüte, und deinen Nächsten wie dich selbst!» Lukas Kapitel 10 Vers 27

«Bleibet in mir, und ich bleibe in euch! Gleichwie der Rebschoss von sich selbst keine Frucht bringen kann, wenn es nicht am Weinstock bleibt, also auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibet.

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben; wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.» Johannes 15; 4 und 5



2. Glaubensgemeinschaft


2. a. Glaubensbekenntnis

Wir bekennen uns zu wichtigen Glaubensaussagen, die in folgendem Bekenntnis zusammengefasst ist. Das Apostolische Glaubensbekenntnis geht auf die Aussagen der Apostel über Jesus zurück. Auf die Sätze haben sich die Christen der frühen Kirche geeinigt, um sich in ihrem Glauben zu vergewissern. Sie wurden über die Jahrhunderte weitergegeben:


Ich glaube an Gott, den Vater,

den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel;

er sitzt zur Rechten Gottes,

des allmächtigen Vaters;

von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige christliche Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten

und das ewige Leben.

Amen.


2. b. Lehren

Wir lehren die 7 Erkenntnisse:

  1. Gehet hin und verkündigt das Evangelium
  2. Bibel als oberste Autorität
  3. Taufe als persönliche Entscheidung
  4. Heiligung des inneren verletzten Menschen
  5. Geben von Gaben wie Essen, Kleidung und Zeit
  6. Heiliger Geist der uns gegeben wird als Ausrüstung zum Dienst
  7. Heilung als Zeichen der Nachfolge

Wir lehren die 5 Solas des Martin Luthers:

  1. Sola gratia (allein die Gnade)
  2. Sola fide (allein der Glaube)
  3. Sola scriptura (allein die Schrift)
  4. Solus Christus (allein Christus)
  5. Soli Deo Gloria (allein Gott gehört die Ehre)

2. c. Liturgien

Tagesgebet

Am Morgen und am Abend von Montag bis Sonntag, wird durch die Gemeinschaft das Tageslob nach Taizé durchgeführt.

Gottesdienste

Die Gemeinschaft bietet keine Gottesdienste am Sonntag an. Jeder soll in seine Kirche gehen.

Singabend

Die Gemeinschaft organisiert einen wöchentlichen Singabend, meist gem. Taizé in Begleitung mit der Einnahme des Abendmals.

Tischgebet

Jedes Essen wird im Gebet mit Dank an Gott eingenommen und ein Spruch gelesen.

Besondere Ereignisse

Es wird eine Liturgie für besondere Ereignisse durchgeführt wie:

o Ordensaufnahme, Einsetzungen

o Weihen, Gelübde, Segnungen

o Taufe, Beerdigungen, Heirat

f. Verpflichtungen (Gelübde, Gemeinschaftsverträge, Abmachungen)


2. d. Gelübde

1. Noviziat

2. Profess


2. e. Gemeinschaftsverträge für Ordensmitglieder

1. Als Ehepaare

2. Als Einzelpersonen

- Abmachungen für unterstützende

1. Arbeitende ausserhalb des Ordens – Lohnanteilspenden

2. Freiwillige mit Zeitmanagements

3. Institutionen mit Beiträgen



3. Arten des Zusammenlebens

(Begriffsdefinition: Als Paare werden Mann/Frau verstanden. Definiert wird Mann oder Frau nach Geschlecht bei Geburt.)


Die Ordensgemeinschaft übernimmt nach Möglichkeit alle finanziellen Verpflichtungen der Brüder und Schwestern bei Aufnahme- und Eintritt in den Orden. Dazu gehört auch die Beschaffung der Ordenskleidung anhand der Kleiderordnung des Ordens sowie anderer Bedürfnisse für den täglichen Bedarf wie Essen und Unterkunft oder andere Dinge, die für den täglichen Lebensbedarf nötig sind.

Das Mindestalter für den Eintritt in den Orden Sola Gratia beträgt 18 Jahre. Der Obere entscheidet gemeinsam mit dem Anwärter über die Möglichkeit eines Postulats. Ist diese Entscheidung positiv, kann der Postulant mit den anderen Ordensmitgliedern an den gemeinsamen Aktivitäten teilnehmen, mit leben oder zu Besuch kommen, so gut es geht.

Der Postulant lernt so einige Monate lang das Ordensleben und seine Anforderungen kennen.

Wünscht der Anwärter in den Orden einzutreten, entscheidet der Obere nach Anhörung der Gemeinschaft über die Aufnahme.

Folgende drei Arten der Mitgliedschaft im Orden sind möglich:

Mönch oder Diakonisse nach den evangelischen Räten (Besitzlosigkeit, Keuschheit, Gehorsam)

Nach dem Postulat, kann der Anwärter sich für ein Noviziat bewerben-

3. a. Noviziat – zwei Jahre

Der Novize wird bei einer Feier mit dem weißen Habit bekleidet. Nun erhält er auch einen neuen Namen: Ein neues Leben für Gott beginnt. Das Noviziat dauert zwei volle Jahre. Sollte der Novize in dieser Zeit jedoch erkennen, dass das Leben als Mönch nicht sein Weg ist, so kann er es jederzeit abbrechen.

Die Novizen werden von einem durch den Oberen bestimmten Ordensmitglied betreut, der sie auch unter Mithilfe anderer Mönche in den Themen Gebet, Liturgie, Psalmen, Geschichte, Ordensregel und Spiritualität der Mönche unterrichtet. Die Novizen lernen, sich von alten Beziehungen zu lösen und beginnen den Weg der Christusnachfolge zu gehen. Gegen Ende des Noviziats stimmt das Obere über die Zulassung des Novizen zur Ablegung der zeitlichen Gelübde ab. Wenn der Novize angenommen wird, verspricht er vor der Generalsversammlung des Evangelischen Vereins Sola Gratia Gehorsam, monastischen Lebenswandel und Beständigkeit in der Gemeinschaft. Das Noviziat kann auch um jeweils ein Jahr verlängert werden.

3. b. Zeitliche Profess

Die zeitliche Profess dauert drei Jahre, kann jedoch verlängert werden. In dieser Zeit erhält der wachsende Mönch, eine theologische Ausbildung im Studium der Theologie oder eine berufliche Ausbildung. Auch während der Zeitlichen Profess, kann der Junior sich gegen das Gemeinschaftsleben entscheiden und um den Austritt aus dem Orden ansuchen.

Hat ein wachsender Mönch nach den Jahren der Prüfung Sicherheit über seine Berufung gewonnen, kann er um die Ablegung der Ewigen Gelübde, der Feierlichen Profess, bitten. Für die Zulassung zur Abstimmung, braucht es die Zustimmung des Oberen. Dann entscheidet die Abstimmung der anwesenden Diakonissen und Mönche in Einheit.

3. c. Feierliche Profess – auf ewig

Die feierliche Profess wird in einem festlichen, vom Oberen geleitete Liturgie abgelegt, da sie einer hochzeitlichen Verbindung mit Gott gleichkommt: Der Mönch gelobt vor Gott und seinen Heiligen Gehorsam, monastischen Lebenswandel und die Beständigkeit bis zum Tode. Mit der Feierlichen Profess ist der Mönch nun Vollständig eins mit dem Orden – und zwar mit allen Pflichten und Rechten. Der Mönch wird als "Frater" angesprochen. Dem Namen hintangestellt wird die Abkürzung osg was lateinisch Ordo Solo Gratia bedeutet.

3. d. Ehepaare

Ehepaare die in den Orden aufgenommen werden, messen dem Leben und Arbeiten in Gemeinschaft große Bedeutung zu. Sie leben "in brüderlicher/schwesterlicher Verbundenheit zusammen und teilen Gebete, Meditationszeiten, Gesang und Überlegungen sowie ihre Arbeiten und Sorgen, um so dem Gott besser zu dienen.

Das Paar verzichtet auf jedes persönliche Hab und Gut. Alle Einkünfte gehen auf das Vereinskonto der Sola Gratia. Der Verein verwaltet die Güter und unterstützt den Orden mit allem nötigen.

Der Verein sorgt für die Unterkunft und auch für die gesetzlichen Verpflichtungen (Steuern, BVG, AHV, UVG etc.)

Im Gegenzug bringt sich das Ehepaar in die Gemeinschaft ein und anerkennt in Gehorsamkeit die Ordnung und Leitung der Kommunität.

Persönliche Zeiten zur Beziehungspfleg werden berücksichtigt.

3. e. Einzelpersonen (Ledig, geschieden, verheiratet, verwitwet, getrennte, mit und ohne Kinder)

Einzelpersonen welche in die Ordensgemeinschaft Sola Gratia aufgenommen werden wollen, messen dem Leben und Arbeiten in Gemeinschaft große Bedeutung zu. Sie leben "in brüderlicher/schwesterlicher Verbundenheit zusammen und teilen Gebete, Meditationszeiten, Gesang und Überlegungen sowie ihre Arbeiten und Sorgen, um so dem Gott besser zu dienen.

Alle Ordensmitglieder verstehen und nennen sich Bruder und Schwester. Sie verzichten auf jedes Hab und Gut. Alle Einkünfte gehen auf das Vereinskonto der Sola Gratia. Der Verein verwaltet die Güter und unterstützt den Orden mit allem nötigen. Der Verein sorgt für die Unterkunft und auch für die gesetzlichen Verpflichtungen (Steuern, BVG, AHV, UVG etc.) Im Gegenzug bringt sich das Ordensmitglied in die Gemeinschaft ein und anerkennt in Gehorsamkeit die Ordnung und Leitung der Kommunität.


4. Aufnahme in die Ordensgemeinschaft


4. a. Allgemeine Aufnahmekonditionen

Das Mindestalter für den Eintritt in den Orden Sola Gratia beträgt 18 Jahre.

Wer in den Orden aufgenommen werden will, meldet sich beim Oberen des Ordens.

In der Regel erstellt der Kandidat ein Bewerbungsschreiben wie für eine Anmeldung ins Berufsleben.

Der Obere entscheidet gemeinsam mit dem Anwärter über die Möglichkeit eines Postulats. Das Postulat gilt für alle und entspricht eine Schnupperzeit oder einem Praktikum. Ist diese Entscheidung positiv, kann der Postulant mit den anderen Ordensmitgliedern an den gemeinsamen Aktivitäten teilnehmen, mit leben oder zu Besuch kommen, so gut es geht.

Der Postulant lernt so einige Monate lang das Ordensleben und seine Anforderungen kennen.

Wünscht der Anwärter in den Orden einzutreten, entscheidet der Obere nach Anhörung der Gemeinschaft über die Aufnahme.

Alle Ordensmitglieder verstehen sich als Geschwister mit Gott als Vater und nennen sich Bruder und Schwester.

Alle Mitglieder des Ordens verzichten auf jedes persönliche Hab und Gut. Alle Einkünfte gehen auf das Vereinskonto der Sola Gratia. Der Verein verwaltet die Güter und unterstützt den Orden mit allem nötigen.

Der Verein sorgt für die Unterkunft und auch für die gesetzlichen Verpflichtungen (Steuern, BVG, AHV, UVG Krankenkasse etc.) Dazu gehört auch die Beschaffung der Ordenskleidung anhand der Kleiderordnung des Ordens sowie anderer Bedürfnisse für den täglichen Bedarf wie Essen und Unterkunft oder andere Dinge, die für den täglichen Lebensbedarf nötig sind.

Im Gegenzug bringt sich das Mitglied in die Gemeinschaft ein und anerkennt in Gehorsamkeit die Ordnung und Leitung der Kommunität.

4. b. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten werden schriftlich festgehalten als Gelübde, Vertrag oder Vereinbarung.

Das Datum zum Verzicht auf Hab- und Gut wird gemeinsam mit dem Anwärter schriftlich bestimmt und kann auf Wunsch verlängert werden.


5. Regeln


Hausordnung


5. a. Lebenswandel und Umgang untereinander im Orden

Streiten zwei Brüder/Schwestern untereinander mit Zorn, so darf keiner der am Streit Beteiligten schlafen gehen, bis die Sache geregelt und einander vergeben wurde (Epheser Kapitel 4, Verse 26, 27 und 32).

«Die Liebe ist langmütig und gütig, die Liebe beschneidet nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf; sie ist nicht unanständig; sie sucht nicht das Ihre; sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu; sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.» 1 Korinther Kapitel 13, Verse 4-7

«Da trat Petrus herzu und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben, welcher gegen mich sündigt? Bis siebenmal? Jesus antwortete ihm: Ich sage dir, nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmalsiebenmal!» Matthäus Kapitel 18, Vers 21 und 22

«Habt acht auf euch selbst! Wenn aber dein Bruder sündigt, so weise ihn zurecht; und wenn es ihn reut, so vergib ihm. Und wenn er siebenmal des Tages wider dich sündigt und siebenmal wieder zu dir käme und spräche: Es reut mich! So sollst du ihm vergeben!» Lukas Kapitel 17, Verse 3 und 4

5. b. Die gemeinsame Verantwortung füreinander

«Brüder, wenn ein Mensch von einem Fehltritt übereilt würde, so helft ihr, die ihr geistlich seid, einem solchen im Geist der Sanftmut wieder zurecht; und siehe dabei auf dich selbst, dass du nicht auch versucht werdest! Traget einer des anderen Lasten, und so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen!» Galater Kapitel 6, Vers 1 und 2

«So lasst nun, wo wir Gelegenheit haben, am jedermann Gutes tun, allmeist an den Glaubensgenossen.» Galater Kapitel 6, Vers 10

«Wir ermahnen euch aber, Brüder: Verwarnet die Unordentlichen, tröstet die Kleinmütigen, nehmt euch der Schwachen an, seid geduldig gegen jedermann!

Sehet zu, dass niemand Böses mit Bösem vergelte, sondern trachtet allezeit darnach, Gutes zu tun, aneinander und an jedermann!» 1. Thessalonicher Kapitel 5, Verse 14 und 15

5. c. Gebet und Gesang

Vor allem gelten diese Worte der heiligen Schrift und Wort Gottes, wenn ihr zum Singen und Beten zusammen kommt:

«Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.» Johannes Kapitel 4, Vers 24

«Leidet jemand unter euch Unrecht, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen.» Jakobus Kapitel 5, Vers 13

«Das Wort Christi wohne reichlich unter euch; lehret und ermahnet euch mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern; singet Gott lieblich in euren Herzen.» Kolosser Kapitel 3, Vers 16

«Und berauscht euch nicht mit Wein, was eine Liederlichkeit ist, sondern werdet voll Geist, und redet miteinander in Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern und singet und spielt dem Herrn in euren Herzen und sagt allezeit Gott, dem Vater, Dank für alles, in dem Namen unseres Herrn Jesus Christus, und seid dabei einander untertan in der Furcht Christi.». Epheser Kapitel 5, Verse 18-21

«Seid allezeit fröhlich! Betet ohne Unterlass! Seid in allem

dankbar; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.

Den Geist dämpft nicht, die Weissagung verachtet nicht;

prüft aber alles. Das Gute behaltet, enthaltet euch des Bösen

in jeglicher Gestalt!» 1. Thessalonicher Kapitel 5, Verse 16-22

5. d. Amtsführung und gehorsames Dienen aus dem gleichen Geist der Liebe

Gehorcht eurem Oberen.

Gehorcht eurem Oberen/Oberin sowie einem Vater/Mutter, aber auch mit dem gebührenden Respekt, der ihm aufgrund seines Amtes zusteht; andernfalls verfehlt ihr euch gegen Gott in ihm oder an ihr. Es ist in erster Linie Aufgabe des Oberen der Oberin, dafür zu sorgen, dass man alles, was hier gesagt ist, auch verwirklicht und dass man Übertretungen nicht achtlos übergeht. Es ist seine Aufgabe, auf fehlerhaftes Verhalten hinzuweisen und für Besserung zu sorgen.

Allen soll er/sie durch gute Werke ein Beispiel geben: Er/sie soll diejenigen, die ihre Arbeit vernachlässigen, zurechtweisen, den Ängstlichen Mut machen, sich der Schwachen annehmen, mit allen Geduld haben. Er/sie selber soll die Richtlinien der Gemeinschaft in Ehren halten und auch bei den anderen auf Beachtung drängen. Wiewohl beides in gleicher Weise nötig ist, soll er/sie mehr darauf bedacht sein, von euch geliebt als gefürchtet zu werden. Er soll stets daran denken, dass er vor Gott für euch Rechenschaft ablegen muss.

5. e. Verkündigung

Wenn du zur Verkündigung gerufen bist, kannst du dich an folgenden Grundsätzen orientieren:

Deine innere Ausrichtung auf Gott ist wichtig, wenn du eine Predigt halten sollst.

«Und meine Rede und meine Predigt bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Beweisung des Geistes und der Kraft, auf dass euer Glaube nicht auf Menschenweisheit beruhe, sondern auf Gotteskraft»

1. Korinther Kapitel 2, Vers 4

Erlange die Voraussetzung zur Verkündigung – Liebe

«Wenn ich mit Menschen und Engelszungen rede, aber keine Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle»

1. Korinther Kapitel 13, Vers 1

Verkünde Christus den Gekreuzigten

«Denn weil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seine Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott, durch die Torheit der Predigt diejenigen zu retten, welche glauben. Während nämlich die Juden Zeichen fordern und die Griechen Weisheit verlangen, predigen wir Christus den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis, den Griechen eine Torheit.» 1. Korinther Kapitel 1, Verse 21-23


6. Gütergemeinschaft

Ziel ist es, dass eine Gemeinschaft gelebt wird, wo alle beisammen sind. Wo die Ordensangehörigen auch alles gemeinsam besitzen. Wer Güter und Habe verkauft, soll es der Gemeinschaft zur Verfügung stellen, so jedem gegeben werden kann, der es Bedarf.

Einnahmen von den Mitgliedern der Gemeinschaft gehen in die Vereinskasse.


7. Gemeinsame Projekte


7. a. Projekte:

a. Stadthaus 7/24 betreut in Baden

b. Anlage für Auszeiten in der Region

7.b. Dienste:

a. Seelsorge

b. Besuchsdienste

c. Sozialberatung

d. Lebensbegleitung

e. Praktische Hilfe

f. Sterbe- /Krankenbegleitungen

g. Exerzitien

h. Taizé-Sing- und Gebetszeiten


8. Organisation


a. Leitung Verein

Der Verein besteht aus dem gewählten Vereinsvorstand. Diese sind:

- Präsident Martin Hüppi, Baden

- Kassier Urs Burch, Würenlos

- Revisor Stephan Lehmann, Bremgarten

- Vorstand Sandra Esslinger, Würenlos

- Vorstand Kurt Michel, Dintikon


b. Leitung Orden und Kommunität

Der Orden/Kommunität wird geleitet vom gewählten Ordensoberen: Markus Hauser, Baden